AWK Monumente

Kaiserliche Matrosenstation – Kongsnaes

Die norwegische Visitenkarte in der Potsdamer Weltkulturerbelandschaft

Kaiserliche Matrosenstation - Kongsnaes

Die vielen Nordlandfahrten Kaiser Wilhelm II., Wikinger, die Mythologie, Drachen und Trolle prägten den Wunsch des Hohenzollern sich auch im heimatlichen Potsdam in dieser nordischen Aura zu spiegeln. Der Kaiser beauftragte den Stadtarchitekten von Christiana Holm Hansen Munthe, dem heutigen Oslo mit der Aufgabe die bereits bestehende Matrosenstation mit Gebäuden im skandinavischen Stil aufzuwerten.

Innerhalb kürzester Zeit entstanden die Ventehalle (Empfangshalle) und die gleichfalls reich geschmückten dienstleistenden Gebäude mit Kapitänshaus, Matrosenkaserne und Bootshaus. Alle Gebäude wurden vorgefertigt wieder demontiert, verschifft und am Jungfernsee wieder aufgebaut - dieses Ensemble kann insofern als eines der ersten Fertigteilhausprojekte gelten. Die Ventehalle wurde laut Vertrag "fix und fertig" im Frühsommer des Jahres 1892, also vor 125 Jahren an der königlichen Landzunge (Kongsnaes) eröffnet und mit zwei seitlichen Bastionen und der Ehrentreppe ergänzt. Dieser Empfangssaal diente dem Kaiser, seiner Entourage und den Staatsgästen als Ausgangsort für die Schiffsfahrten nach Berlin und ins Potsdamer Umland.

In den letzten Kriegstagen brannte die Ventehalle im Mai 1945 ab. In den drei Gebäuden an der Schwanenallee wurden Wohnungen integriert. Nach 1961 verschwand diese kleine Wohnanlage hinter der Mauer. Erst lange nach der Wiedervereinigung, die umliegenden Villen hatten schon längst betuchte Eigentümer gefunden, wurde dieses Denkmalensemble von der Stadt Potsdam an einen privaten Investor verkauft.

Die AWK Design GmbH erhielt von ihm den Auftrag auf den historischen Bestandteilen des Monuments die Rekonstruktion der Ventehalle zu realisieren und die landseitigen Denkmale zu sanieren. Eine sehr gute Basis boten die erhaltenen historischen Pläne des Architekten Munthe und die vielen Baubeispiele im heutigen Norwegen. Auch die Zusammenarbeit mit den kompetenten Norwegenfachleuten des "Fördervereins Kongsnaes" und die permanente Abstimmung mit der Denkmalpflege der Stadt Potsdam war ein Gewinn für die anerkannte fachliche Qualität unserer Handwerker.

Eine besondere Herausforderung bestand in der Aufgabe das 1:1 Vorbild der Kaiserlichen Empfangshalle mit der geplanten zukünftigen gastronomischen Nutzung der Ventehalle und den aktuellen Anforderungen des deutschen Baurechts konfliktarm zu verbinden. Die Verbindung von seltenen fachlichen Kompetenzen im traditionellen Holzhandwerk unserer Mitarbeiter mit modernen Technologien und Materialien hat nach den Aussagen des Bauherrn und der Fachöffentlichkeit ein modellhartes Ergebnis erbracht.

Bedingt durch die gastronomische Nutzung wurde die Ventehalle durch ein Funktionsgebäude ergänzt. Spätestens zu Saisonbeginn 2018 können sich die Potsdamer und ihre Gäste sich in der anspruchsvollen Gastronomie mit 90 Innenplätzen und 30 Aussenplätzen von der Qualität unserer Handwerkskunst überzeugen. Im Sommer 2018 werden auch die drei Denkmale der Holzbaukunst mit jeweils drei Wohnungen mit Blick auf den Jungfernsee das Interesse zukünftiger Mieter auf sich ziehen. Bereits in diesem Jahr hat der Hafen mit seinen historischen Booten den Betrieb aufgenommen. Wir sind Stolz an dieser Aufgabe beteiligt zu sein!

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